Es gibt Tage, da will man einfach nicht aus dem Bett kommen. Diese durchaus nachvollziehbare Einstellung ist umso nachvollziehbarer, wenn man in der Nacht bis 5 Uhr auf einer Neujahresfete war und sich so richtig betrunken hat. Nun gibt es leider auch Tage, an denen muss man einfach aufstehen. So wie ich heute morgen, denn heute war Hauseinsatz.
Dazu solltet ihr wissen, dass ich in einer Studentenverbindung bin und wir deshalb pro Semester etwa 2 Mal einen Tag haben, an dem wir eventuelle Schäden am verbindungshaus reparieren. Das ganze beginnt damit, dass sich die Hausbewohner (so wie ich) nach 4 Stunden Schlaf aus dem Bett quälen, um pünktlich um 10 Uhr am Treffpunkt (dem Wohnzimmer) zu erscheinen und um dann feststellen zu müssen, dass alle anderen erst 2 Stunden später eintrudeln und man deshalb noch getrost eine Stunde länger hätte schlafen können. Aber reden wir nicht von solch unwichtigen Dingen wie schlafen. Ein Student braucht schließlich keinen Schlaf.
Nachdem dann also etwa gegen 12 Uhr endlich auch die Letzten angekommen sind, setzt man sich gemütlich hin und frühstückt erst einmal. Nebenbei denkt man sich lustige Aufgaben aus, die man erledigen könnte. So zum Beispiel das Abschleifen einer versüfften alten Arbeitsplatte oder das Streichen einer Wand.
Nun begab es sich, dass einer der fleißigen Studenten an der Toilettenwand eine hohle Stelle fand, die er sogleich auch ein wenig öffnete. Sekunden später kam er zu den anderen und berichtete von seinem Fund. Hinter der Wand war es feucht. Doch wo sollte das Wasser nur herkommen? Ergriffen vom Ehrgeiz der Sache auf den Grund zu gehen, schnappte ich mir also einen Hammer. Mit Entsetzen erkannte ich, dass der Putz der Wand schon bei geringen Berührungen ins bröckeln kam und sogleich hinab fiel. Also entschloss ich mich das Loch ein wenig zu vergrößern. Während ich da so rumklopfte und einige feuchte Steine fand, kam der selbige Student, der den Schaden entdeckt hatte mit einer neuen Botschaft.
Inzwischen hatte er sich an der anderen Seite der Toilettenwand (im Bad) zu schaffen gemacht und eine Reihe Fliesen von der Dusche entfernt. Dahinter entdeckte er einige grün-grau-violett-schimmernde Kulturen und etwas Erdiges im Boden. Erschrocken buddelte er weiter und stieß auf einen Hohlraum unter der Dusche. Sogleich kamen die anderen Studenten herbei, um sich das ganze zu betrachten. Einige Mutige trauten sich sogar in das Loch hinein zu greifen. Was sie dort fanden schockierte mich sehr. Anscheinden gab es unter unserer Dusche auch noch einen See.
Entsetz begannen die Studenten die komplette Dusche zu entfliesen. Es dauerte auch nicht lange, bis sie auf noch mehr nasse, verschimmelte Ecken stießen. Nun war es mitlerweile schon so spät, dass man beschlossen hatte am nächsten tag mit der Arbeit fortzufahren...Nunja nun werdet ihr euch fragen, wo das Wasser denn nun herkommt! Diese Frage kann ich leider noch nicht mit Gewissheit beantworten. Aber ich verrate euch gerne, was vom Hauseinsatz übrig geblieben ist:
Eine Chaotische Küche ohne Arbeitsplatte, da diese noch im Saal zu trocknen liegt. Außerdem eine Toilettenwand, deren Tapete und Putz nun nicht mehr an der Wand, sondern am Boden liegen. Und natürlich auch das Bad. Nunja mitlerweile erinnert es eher an eine vielfältig besiedelte Duschecke, mit einem kleinen erdigen Vorgarten in dem sich jedoch ein Loch mit einem unterirdischem See befindet.
So schnell wird aus einem Hauseinsatz ein Leben auf einer Baustelle......
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